Wie ehrenamtliche Übersetzer den neuesten Hollywood-Liebesfilm inspirierten
Vor kurzem rückte der Beruf des Übersetzers ganz unverhofft...
Wie ehrenamtliche Übersetzer den neuesten Hollywood-Liebesfilm inspirierten
Vor kurzem rückte der Beruf des Übersetzers ganz unverhofft ins Rampenlicht, und zwar durch die neueste Hollywood-Romanze „Briefe an Julia". Die Geschichte spielt in Italiens Verona (der Schauplatz der dramatischen Liebesgeschichte von Romeo & Julia), der Heimatstadt des sogenannten Julia-Clubs „The Juliet Club", der aus einer Gruppe von 15 ehrenamtlichen Übersetzern besteht, die Jahr für Jahr auf tausende von an „Julia" addressierte Briefen antworten, und diese auch übersetzen. Diese Briefe stammen von an Liebeskummer leidenden aus der ganzen Welt.Seit 1890 werden solche Briefe am angeblichen Grab Julias hinterlassen,* und seit 70 Jahren antwortet der Juliet Club auf diese Briefe, deren Anzahl sich auf etwa 6.000 Briefe jährlich beläuft. Der Club deckt eine ganze Reihe von Sprachen ab, unter anderem Arabisch, Französisch, Japanisch, Russisch und Spanisch, und durch die Bekanntheit und Beliebtheit dieser Arbeit kann sich der Juliet Club über ein groβes Netzwerk an Helfern freuen, die in jegliche Weltsprachen übersetzen. Sogar Blindenschrift wird mit abgedeckt.
Weitere linguistische Aktivitäten in Verona, die sich um das Thema Liebe und Romantik drehen, sind zum Beispiel die sogenannte „Writing for Love" Auszeichnung, ein internatioaler Preis, der jedes Jahr für verfasste romantische Texte vergeben wird, und der „Cara Giulietta" Preis, auch „Dear Juliet" Preis genannt, der vom Juliet Club für den eindrucksvollsten Brief des Jahres vergeben wird, wobei die Sprache, in der der Brief geschreiben wurde, keine Rolle spielt.
„Briefe an Julia" ist nicht nur ein Film für Romantiker auf der ganzen Welt, sondern hat auch einen eher ungewöhnlichen Aspekt eines Berufes preisgegeben, bei dem Anonymität zum Alltag gehört.
*The Times
Quellen: The Times; Odeon Cinemas; The Juliet Club


