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Der schwere Stand der deutschen Sprache in den USA

04,Sep,2012

Seit einigen Jahren ist die Nachfrage nach der deutschen Sprache an amerikanischen Schulen und Hochschulen rückläufig. Allerdings betrifft dieses Phänomen nicht nur die deutsche Sprache, sondern fast alle „klassischen“ Fremdsprachen: In den USA herrscht ein regelrechtes Desinteresse, was Fremdsprachen angeht und so lernen gerade mal 18 % der Schüler und Studenten eine Fremdsprache.

So mancher macht hierfür eine bestimmte Tendenz in der amerikanischen Politik verantwortlich, die besagt, dass das Erlernen von Fremdsprachen schlicht und einfach als „unpatriotisch“ gilt.

Wenn heute überhaupt eine Fremdsprache in den USA boomt, dann ist es Spanisch. Diese Sprache hat Deutsch mittlerweile überholt. Zum Ende des 19 Jahrhunderts stand Deutsch aufgrund der hohen Anzahl an deutschsprachigen Einwanderern noch an zweiter Stelle nach englischsprachigen Immigranten. Heutzutage leben ungefähr 50 Millionen spanischsprachige Menschen in den USA. Dies erklärt die Popularität der Sprache an amerikanischen Schulen und Hochschulen: Spanisch steht weit vorne an der Spitze, gefolgt von Französisch und Deutsch.

Aufgrund dieser Entwicklung kommt es an vielen Schulen und Hochschulen häufig dazu, dass das „Angebot Deutsch als Fremdsprache“, sei es als Wahl- oder als Studienfach, eingestellt wird. Trotz alledem zeigen Statistiken, dass Deutsch zwar an immer weniger Bildungseinrichtungen unterrichtet wird, aber die Zahl der Teilnehmer an den angebotenen Deutschprogrammen minimal gestiegen ist. Ist dies vielleicht ein Silberstreif am Horizont für den Erhalt der deutschen Sprachkultur in den USA?

Wir berichteten bereits mehrmals über den Rückgang der Anzahl der Deutsch-Studenten, eine Tendenz, die auch in anderen Ländern wie Großbritannien und Frankreich zu beobachten ist. Dies erklärt, warum Deutsch-Englisch-Übersetzer immer gefragter werden!

Quelle: The European