Anglizismen in der deutschen Sprache

22,Jun,2012

Sind Sie auch manchmal überrascht, wie viele englische Begriffe es eigentlich in der deutschen Sprache gibt? Nicht nur in der Jugendsprache, sondern auch in Bedienungsanleitungen, Zeitungen und Broschüren, die man tagtäglich zu Gesicht bekommt, finden sich oftmals englische Begriffe. Dies ist teilweise englischsprachigen Filmen und TV-Programmen zuzurechnen, hauptsächlich aber dem Internet, da die Anzahl der Nutzer in den letzten 10 Jahren immens gestiegen ist. Kurz gesagt: Es finden sich immer mehr Wörter in der deutschen Sprache, die uns irgendwie englisch vorkommen.

Anglizismen werden heutzutage vor allem von Jugendlichen benutzt, wobei ältere Generationen eher auf den Gebrauch dieser verzichten. Englische Begriffe in der deutschen Sprache sind jedoch kein neues Phänomen. Laut Sprachforschern lassen sich Anglizismen im Deutschen bis zu 100 Jahre zurückverfolgen. Begriffe wurden nicht nur in den täglichen Sprachgebrauch eingeführt, sondern auch an die deutsche Grammatik angepasst, sodass diese Wörter nach einer Weile nicht mehr fremdsprachig erscheinen. Dieser Vorgang ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, und Forscher haben dafür sogar einen eigenen Begriff geprägt, der den meisten bekannt sein sollte: „Denglisch“. Es ist natürlich vollkommen normal, dass sich Sprachen im Laufe der Zeit verändern und sich gegenseitig beeinflussen. So lassen sich auch deutsche Einflüsse in der englischen Sprache finden: „Zeitgeist” oder „Doppelgänger” sind häufig benutzte Begriffe im Englischen.

Heutzutage entstehen viele Lehnwörter durch neue Technologien und finden sich von daher oft in Texten, die mit der IT-Branche oder den Medien in Zusammenhang stehen. Da Englisch im IT-Bereich vorherrschend ist, überrascht es kaum, dass viele Nutzer und Anbieter von „downloaden” anstatt von „herunterladen” sprechen, oder „Update” dem Begriff „Aktualisierung” vorziehen.

Durch die Globalisierung hat sich auch die Welt der Werbung in den letzten Jahren stark gewandelt: Viele Schnellrestaurants und Kosmetikartikel-Hersteller beispielsweise bevorzugen englische Werbesprüche, um auf den internationalen Märkten wettberwerbsfähig zu sein. Während einige Forscher der Meinung sind, dies habe einen negativen Einfluss auf potentielle Käufer, zeigen Marketing-Trends, das Gegenteil sei der Fall. Immer mehr Firmen ersetzen den Begriff „Kundendienst” mit „Service Center” oder „Help Desk”.

Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung weiter verstärkt, oder ob sich dieser Trend trotz Gobalisierung irgendwann wieder umkehrt.