Nationalhymne stellt Übersetzer vor Herausforderungen

16,Okt,2012

Fachübersetzungen von einer Sprache in eine andere stellen oftmals eine Herausforderung dar, da nicht nur die entsprechende Übersetzung gefunden werden muss, sondern auch der Sinn korrekt widergegeben werden sollte.

Gefühle sind dabei nicht immer ausschlaggebend. Was  aber, wenn das zu übersetzende Dokument ein Stück Nationalstolz ausdrückt? Was, wenn das Dokument eine Nationalhymne ist?

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges rief US-Präsident Franklin D. Roosevelt ein Austauschprogramm ins Leben, um das lateinamerikanische Bündnis zu stärken. In diesem Kunst-Programm arbeiteten Schriftsteller und Musiker über die amerikanischen Grenzen hinweg gemeinsam an Projekten.

So gewann die peruanische Immigrantin Clotilde Arias den Zuschlag zur spanischen Übersetzung des „Star-Spangled Banner“, der amerikanischen Nationalhymne.

Marvette Perez, Kuratorin der Smithsonian Institution, wo die Original-Übersetzung von 1945 ausgestellt wird, erklärt der Associated Press anhand einiger Wortbeispiele, wie es Arias gelang, in ihrer Übersetzung nahe am englischen Ausgangstext zu bleiben.

„Zum Beispiel das Wort ‚flag‘: wir sagen normalerweise ‚bandera‘ – aber sie hat ‚pendon‘ verwendet, was wortwörtlich ‚Banner‘ (wie in ‚star-spangled banner‘) bedeutet“, sagt Perez. „Das ist die exakte Übersetzung – und entspricht in diesem Sinne dem Originaltext.“

Im Jahr 2006 hat eine weitere spanische Übersetzung der Nationalhymne eine Welle der Empörung ausgelöst. Viele Kritiker waren der Meinung, sie hätte einen politischen Unterton, der im Original nicht vorkommt.

Beide Übersetzungen sind Beispiele dafür, welche Auswirkungen Übersetzungen sensibler Themen haben können. Während eine gute Übersetzung erfolgreich sein kann, können weniger gelungene Übersetzungen unter ihren Kritikern sogar für Aufruhr sorgen.

Quelle: Associated Press