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„Lost in Translation“? Das gilt nicht für Bradley Wiggins

09,Aug,2012

Vor Kurzem hatten wir darüber berichtet, wie Bradley Wiggins, der Gewinner der diesjährigen Tour de France und nun auch Gold-Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen in London, die Herzen der Franzosen eroberte, weil er so gut Französisch spricht. In Pressekonferenzen wechselt der Radfahrer dennoch immer wieder in seine Muttersprache Englisch zurück, wenn es um heikle Themen wie Doping geht. In einem Sport, in dem selbst Weltrekordhalter Lance Armstrong des Dopings angeklagt wurde, wollte Wiggins sichergehen, dass er sich zum Thema Doping klar und deutlich ausdrückt.

Der Wiggins-Hype in England liegt natürlich in erster Linie an seinen sportlichen Erfolgen der letzten Wochen. Dennoch dürften auch seine klaren Aussagen zu Anti-Doping seine Integrität bestärkt haben. Wenn er auf französischen Pressekonferenzen auf Englisch über das Thema sprach und ein Dolmetscher seine Antworten ins Französische übersetzte, konnte er sichergehen, dass alles akkurat übersetzt werden würde und nichts bei der Verdolmetschung verloren ginge.

Vielleicht hätte sich der deutschstämmige Bahnradfahrer Philip Hindes, der dank seines englischen Vaters für das Team GB startet, von Wiggins Vorsichtigkeit eine Scheibe abschneiden können. Der 19-Jährige sagte der Presse nach seinem spektakulären Sturz im Qualifikationsrennen, dass er nur gestürzt ist, „…weil ich absichtlich einen Neustart wollte, um besser wegzukommen“. Sein Trainer erklärte darauf, dass Hindes erst seit zwei Jahren Englisch lernt und daher seine eigentliche Aussage in der Übersetzung verloren ging.

Wenn es also auf eine genaue Übertragung der Aussage ankommt, sollte ein professioneller Übersetzer herangezogen werden, der ausschließlich in seine Muttersprache übersetzt. Ein falsches Wort oder eine falsche Formulierung wie in den oben genannten Beispielen genügt, und die Sportler laufen Gefahr, ihre Medaillen zu verlieren.