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Digitales Sprachsterben in Europa, Übersetzungsagenturen wirken entgegen

31,Dez,2012

Das Überleben in digitaler Form fällt einigen europäischen Sprachen schwer, so eine neue Studie von Sprachforschern. Insgesamt seien 21 von 30 untersuchten europäischen Sprachen vom digitalen Aussterben bedroht.

Die Studie von Meta-Net, einem Forschungsnetzwerk zum Thema Sprachtechnologie, hat die Verbreitung von europäischen Sprachen im Internet untersucht. Das ausschlaggebende Merkmal hierbei war der Umfang an Daten, der in der jeweiligen Sprache im Internet zu finden ist, u.a. bei Suchmaschinen, Übersetzungsprogrammen, persönlichen Assistenten in Smartphones, automatisierten Dialogsystemen z.B. für Navigationssysteme und ähnlichem.

Nur die englische Sprache wurde in die Kategorie „gute Unterstützung“ eingeordnet. Demzufolge verfügt Englisch über ausreichend Quellen und ein weite Verbreitung im Netz. Deutsch, Französisch, Niederländisch, Italienisch und Spanisch kommen schaffen es nur in die Kategorie „moderate Unterstützung“ und sind somit langfristig vom digitalen Aussterben bedroht.

„Die Schere zwischen ‚großen‘ und ‚kleinen‘ Sprachen geht immer weiter auf. Wir müssen sicherstellen, dass wir alle kleineren und unterversorgten Sprachen mit den nötigen Basistechnologien ausstatten, denn sonst sind diese Sprachen zum digitalen Aussterben verdammt“, so Georg Rehm, Mitherausgeber der Studie.

Laut Studie gehören Sprachen wie Bulgarisch, Griechisch, Ungarisch und Polnisch zur Gruppe mit hohem Risiko, weil sie nur „fragmentarisch“ im Internet und in maschinellen Tools vertreten sind. Noch schlimmer steht es um Isländisch, Litauisch und Maltesisch, die sich in der untersten Gruppe mit „schwacher Unterstützung“ befinden.

Professionelle Übersetzungsbüros werden regelmäßig gebeten, diesem Trend entgegenwirken, indem sie Webseiten in viele verschiedene Sprachen übersetzen und maschinelle Tools zur automatisierten Übersetzung erstellen. Falls Sie bei einem derartigen Projekt Hilfe benötigen, kontaktieren Sie uns bitte.

Quelle: Heise